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19.05.2015 00:00 Alter: 4 yrs

Interkulturelle Begleitung einer Begegnung zwischen deutschen und französischen Freiwilligen


In Deutschland und Frankreich engagieren sich zahlreiche junge Erwachsene für die Gesellschaft und leisten einen sozialen Freiwilligendienst ab. 2014 haben in Frankreich 35.000 junge Menschen im Rahmen eines Service civique einen Dienst an der Gesellschaft getan, in Deutschland absolvieren jährlich ca. 40.000 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). 

Aber wie sieht eigentlich ein Service civique in Frankreich aus und was ist alles möglich im Rahmen eines FSJ in Deutschland? Und stehen beide Freiwilligendienste auch jungen Erwachsenen aus dem Nachbarland offen?

Um diese Fragen und ein erstes Kennenlernen zwischen ca. 60 Freiwilligen aus Rheinland-Pfalz und ganz Frankreich ging es bei dem deutschen-französischen Begegnungstreffen am 19. Mai 2015 in Straßburg, welches von Hannah Wunram und Sarah Seitz interkulturell moderiert und vom Conseil Départemental du Bas Rhin in Kooperation mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz initiiert wurde.

Durch das von Frau Seitz und Frau Wunram konzipierte interkulturelle Trainingsprogramm kamen sich die deutschen und französischen Freiwilligen näher und erhielten einen Einblick in die Freiwilligendienste des Nachbarlandes. So erfuhren sie zum Beispiel wieso ein Service civique auf Grund einer starken staatlichen Unterstützung höher vergütet wird als ein FSJ in Deutschland, in welchen Bereichen Freiwilligendienste im anderen Land abgeleistet werden können und welche ganz persönlichen Erfahrungen die Anwesenden im Rahmen ihres Freiwilligendienstes gemacht haben.

Die Teilnehmer dieses Begegnungsworkshops wagten sich aber auch an die Entdeckung der deutschen und französischen Kultur und lernten über die Diskussion gängiger Länderstereotype einige für sie neue Aspekte über die andere Kultur und das andere Land hinzu. Dass man bei einer solchen Diskussion auch die eigene Kultur auf neue Weise reflektieren muss und sich dieser auf andere Weise gewahr wird, war für Viele eine neue und ebenfalls interessante Erkenntnis. 

Das Bewusstsein über die unvermeidliche Nutzung von Stereotypen hin zu einer differenzierteren Reflexion der eigenen und fremden Kultur ist ein wichtiger Grundstein für einen Austausch oder eine Hospitation im anderen Land.

Und wer weiß? Vielleicht sieht man schon bald mehr junge Franzosen ein FSJ in Deutschland absolvieren und junge Deutsche, die sich im Rahmen eines Service Civique im Elsass engagieren. Der erste Schritt hin und die Lust auf einen solchen Austausch sind jedenfalls getan.