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Podiumsdiskussion am EuroAirport Basel-Mulhouse
Rund 65 Personen nahmen am 17. November an einer Podiumsdiskussion zum Thema interkulturelles Management im grenzüberschreitenden Kontext teil. Sie wurde von der Chambre de Commerce et d’Industrie, CCI Frankreich-Schweiz, der CCI Grand Est, der CCI Alsace Eurométropole, der Regio Basiliensis und der ADIRA organisiert. An der Diskussion nahmen Karine Albert Marboeuf (Leiterin der Personalabteilung, Rational France), Daniel Rollier (CEO, SES-Sterling), Elodie Caizergues (Leiterin der Personalabteilung, EuroAirport) und Sophie Gossmann (Rechtsanwältin bei der Kanzlei EPP Rechtsanwälte Avocats) teil. Moderiert wurde die Diskussion von Anne Dussap vom Euro-Institut.
Die Kultur ist viel mehr als nur Sprache
Anne Dussap erinnerte daran, dass Kultur viel mehr sei, als nur Sprache. Sie umfasse auch alles, was man nicht sehe, wie Kommunikationscodes, Hierarchien, das Zeitverständnis, Organisation, Werte und vieles mehr... Mit anderen Worten: alles, was einen harmlosen Austausch zu einer Gratwanderung machen kann.
In Unternehmen: gleiche Herausforderung, unterschiedliche Realitäten
Die Referierenden stellten sehr unterschiedliche interkulturelle Kontexte vor, die jedoch eine gemeinsame Herausforderung aufwiesen: die Vereinbarkeit nationaler und regionaler Handels- und Denkmuster, die nicht spontan miteinander vereinbar sind.
Für Karine Albert Marboeuf von Rational France bestünde die Herausforderung darin, die streng geregelten deutschen Arbeitsmethoden und den eher explorativen französischen Ansatz miteinander zu verbinden.
Für Elodie Caizergues vom EuroAirport gehe es darum, Mitarbeitende, die unterschiedlichen Arbeitsrechten unterliegen, zur Zusammenarbeit zu bewegen, ohne Konflikte und Ungerechtigkeitgefühle zu schaffen.
Für Daniel Rollier von SES-Sterling gelte es, nationale Reflexe zu überwinden, um grenzüberschreitende und internationale Zusammenarbeit zu fördern und zu stärken.
Schließlich läge für Sophie Gossmann von der Kanzlei EPP die Stärke der deutsch-französischen Kanzlei darin, Kunden und Teams bei den exisitierenden Unterschieden zwischen dem französischen, schweizerischen und deutschen Rechtssystem zu begleiten und das Potenzial dieser Unterschiede auszuloten.
Transparenz, Pädagogik, Workshops, bilaterale Austausche, klare Regeln und gemeinsame Ziele sind unverzichtbar, um vom Reichtum der Kulturen profitieren zu können. Denn sobald die Unterschiede verdeutlicht sind, werden sie zu einem Hebel und nicht mehr zu einem Hindernis.
Auch wenn Englisch als Arbeitssprache immer mehr an Bedeutung gewinnt, bleiben Deutsch und Französisch in technischen und juristischen Bereichen unverzichtbar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Interkulturalität die Anpassungsfähigkeit, Kreativität und Qualität verbessert. Für Daniel Rollier „ist es wie in der Musik: Harmonie entsteht auch aus Dissonanz”.
Und für Frau Albert Marboeuf sei „Interkulturalität wie ein gutes Gericht, das aus verschiedenen Zutaten zubereitet wird“.
Es besteht Einigkeit darüber, dass die deutsch-französisch-schweizerische Zusammenarbeit vielversprechend sei, vorausgesetzt, man behalte den Willen und die Fähigkeit, seine kulturelle Brille abzusetzen, wie Elodie Caizergues sagt!
Foto: Euro-Institut
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