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10.10.2019 11:43 Alter: 6 days

Rückblick auf das Seminar „Der Umgang mit innerfamiliärer Gewalt - Deutsch-französischer Vergleich und europäische Handlungsansätze“


 

Am 25. und 26. September 2019 fand in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Straßburg das Seminar „Der Umgang mit innerfamiliärer Gewalt - Deutsch-französischer Vergleich und europäische Handlungsansätze“ statt. Häusliche Gewalt ist ein Phänomen von europäischer Tragweite; das Bewusstsein hierfür hat in den letzten Jahren sowohl in der Zivilgesellschaft als auch bei den öffentlichen Stellen stark zugenommen, wie in Frankreich der „Grenelle gegen häusliche Gewalt“ (Konsultationsprozess auf nationaler Ebene) ), der am 3. September 2019 eröffnet wurde, belegt.

Um dieses Problem wirksam anzugehen, ist es notwendig, den Schulungs- und Vernetzungsbedarf aller Beteiligten zu decken. Zu diesem Zweck und zum Austausch bewährter Praktiken zwischen Deutschland und Frankreich nahmen mehr als 80 Personen aus Polizei- und Justizbehörden sowie von Verbänden und Sozialdiensten an der zweitägigen Veranstaltung teil. Die Begriffe und Definitionen zum Thema der innerfamiliären Gewalt, aber auch der rechtliche Rahmen, die Maßnahmen der Behörden, die Aktion des Europäischen Parlaments,  und die unerlässliche Unterstützung durch Verbände wurden von Experten/Innen vorgestellt.

Alle Vortragenden betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren und die Notwendigkeit, die Grenzen zu überschreiten, die zwischen den verschiedenen Einrichtungen bestehen können.

Es war auch interessant, die Ähnlichkeiten im Umgang mit innerfamiliärer Gewalt der Behörden in Deutschland und Frankreich festzustellen, die insbesondere auf den Rahmen, der durch das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt (Übereinkommen von Istanbul), das von beiden Ländern ratifiziert wurde, zurückzuführen sind.

Dieses Seminar, das vom Euro-Institut und dem Europäischen Parlament gemeinsam organisiert wurde, ist Teil der Fortbildungsreihe „Deutsch-Französische Polizei- und Justizzusammenarbeit". Diese, seit dem Jahr 2000 bestehende, Zusammenarbeit, zielt darauf ab, fünf Fortbildungen jährlich für Polizei- und Justizbehörden auf beiden Seiten des Rheins anzubieten.

Weitere Informationen:

Hilfetelefon - Gewalt gegen Frauen