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14.01.2019 16:02 Alter: 183 days

Tandemsprachkurs: wie funktioniert das?


Zwischen November und Dezember 2018 fand ein deutsch-französischer Tandemsprachkurs mit drei Kurstagen für die Teilnehmenden des INTERREG Projektes MARGE statt. MARGE hat das Ziel, die soziale Arbeit in den Stadtvierteln in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu unterstützen. Die Förderung der Kommunikation zwischen den Sozialarbeiter/innen, insbesondere über bessere Sprachkenntnisse, ist dabei ein großer Vorteil.

Tandemsprachkurs: wie funktioniert das?
Die Methode ist ganz einfach und doch sehr anders als ein klassischer Sprachkurs. Zwei wichtige Prinzipien sind dabei zu beachten: Einerseits das autonome Arbeiten, andererseits das Gegenseitigkeitsprinzip. Bei dem autonomen Arbeiten geht es hauptsächlich darum, dass man gemeinsam mit seinem Tandempartner die Verantwortung übernimmt, den Lernprozess weiterzuführen. Es gibt dabei die sogenannten Präsenzveranstaltungen und das eTandem. Das eTandem ist das selbstständige Lernen mit seinem Tandempartner zwischen den Präsenzveranstaltungen. Das Gegenseitigkeitsprinzip beruht auf dem Tandem. Beide Tandempartner passen sich dem Sprachniveau des anderen an. Es ist dabei völlig unwichtig, ob beide das gleiche Niveau in der Fremdsprache haben oder nicht.

Anders als bei einem klassischen Sprachkurs ist, dass es keinen Lehrer gibt, der unterrichtet, sondern Lernberater/innen, die den Kurs strukturieren und wichtige Impulse geben; gelernt wird aber nur von und mit dem Tandempartner oder auch in der Gruppe. Ein weiterer Aspekt, der den klassischen Sprachkursen fremd ist, ist das zwei Sprachen gelernt werden, bzw. jeder seine Fremdsprache. Es wird eine Zeitlang nur Deutsch gesprochen, dann nur Französisch. Korrekturen oder ein allgemeines Feedback bekommt jeder Teilnehmer regelmäßig, aber nur von seinem Tandempartner, sofern es erwünscht ist. Die Methode soll den Lernenden Lust geben, sich frei auszudrücken, sich ins kalte Wasser zu stürzen und somit auf ganz natürliche Weise in die Sprache hineinzufinden, wie man es auch im Land mit den Einheimischen machen würde.

Erfreulich ist es, immer wieder zu sehen, wie positiv die Teilnehmenden auf diese sehr dynamische Methode reagieren. Auch einige Teilnehmende in der Gruppe MARGE waren über die Methode sehr positiv überrascht. Sie konnten interessante Themen behandeln und sich auf natürliche Art und Weise Vokabular aneignen, was vielen auch mehr Sicherheit und Kommunikationsfreudigkeit vermittelt hat.