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02.12.2016 00:00 Alter: 4 yrs

Unbegleitete Minderjährige Ausländer sind in erster Linie Kinder und Jugendliche!


140 Akteure – Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Leiter von Einrichtungen, Verwaltungsvertreter – aus dem Vereinswesen oder dem Bereich der Bildung, trafen sich am 01.12.2016 auf Einladung der ESTES (Ecole supérieure en travail éducatif et social de Strasbourg), der Evangelischen Hochschule Freiburg und des Euro-Instituts in Kehl.

Mit dieser vom Conseil départemental du Bas-Rhin, dem Ortenaukreis, der FEFA und dem Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau unterstützten Fortbildung wurden zwei Ziele verfolgt: zum einen sollte eine Bestandsaufnahme auf beiden Seiten der Grenze erfolgen und die gemeinsamen Herausforderungen, denen sich die Kinder und Jugendlichen sowie die Fachkräfte aus diesem Bereich stellen müssen, präsentiert werden. Zum anderen sollte ein Austausch über Erstaufnahmeverfahren, erzieherische Begleitung, psychosoziale Unterstützung sowie den Spracherwerb und die Aus- und Weiterbildung erfolgen.

Bei dieser Veranstaltung wurden auch grenzüberschreitende Herausforderungen thematisiert … denn auch Kinder und Jugendliche überschreiten Grenzen!

Auch wenn die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich offensichtlich sind – die Anzahl der in Deutschland aufgenommenen Unbegleiteten Minderjährigen Ausländer ist erheblich höher als in Frankreich und auch die Herkunftsländer unterscheiden sich – so existieren trotzdem viel mehr Gemeinsamkeiten.

Unabhängig vom Aufnahmeland handelt es sich bei Unbegleiteten Minderjährigen Ausländern um Kinder- und Jugendliche mit eigenen erlebten Erfahrungen und Traumata, die bei allen eine Begleitung erfordert, um in einer gewissen „Komfortzone“ wieder zu sich finden zu können. Alle Fortbildungsteilnehmer waren sich über die Notwendigkeit einig, diesen Parcours auch weit nach Erreichen der Volljährigkeit zu gewährleisten. Hierbei handelt es sich um eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration.

Anschließend liegt die große Herausforderung darin, diesen Parcours abzusichern, damit die Kinder und Jugendlichen sich auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit tatsächlich integrieren können!

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die unterschiedlichen institutionellen Ansätze deutlich, aber auch die Notwendigkeit, die interdisziplinäre Zusammenarbeit (im rechtlichen, psychologischen und erzieherischen Bereich) zu stärken. Dies betrifft vor allem auch den Mehrwert deutsch-französischer Austausche, die zum einen eine Quelle der Inspiration für die Akteure darstellen und zum anderen ermöglichen, andere Sichtweisen kennenzulernen, die dazu beitragen „Grenzen zu verschieben“.