GRENZCAP - Stärkung der Kompetenzen und Entwicklung der systematischen Berücksichtigung der Grenzlage in den Verwaltungen am Oberrhein
Am Oberrhein gehört das tägliche Pendeln über Grenzen zum Alltag – sei es zur Arbeit, zur medizinischen Versorgung oder zum Studium. Für die Verwaltungen ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit jedoch oft kompliziert: Unterschiedliche Systeme und fehlende Abstimmung bremsen den Austausch.
Hier setzt GRENZCAP an. Das Projekt stärkt die grenzüberschreitenden Kompetenzen von Verwaltungsmitarbeitenden und Entscheidungstragenden durch passgenaue Fortbildungen, strukturierte Kurzpraktika in Nachbarverwaltungen und praxisnahe Werkzeuge für einen echten „grenzüberschreitenden Reflex“. Alle Maßnahmen – von Schulungsmodulen über juristische Analysen bis hin zu Begleitmaterialien – werden erprobt und langfristig verfügbar gemacht.
So trägt GRENZCAP dazu bei, dass Verwaltungen dies- und jenseits des Rheins besser zusammenarbeiten – für eine öffentliche Verwaltung, die schneller, verständlicher und wirksamer auf die Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Region reagieren kann.
Durchführungszeitraum: 01/08/2025-31/12/2027
Gesamtbuget : 1 050 270,08€ (davon 630 162,05€ aus europäischen Mitteln)
Seit August 2025 koordiniert das Euro-Institut das Interreg-Projekt GRENZCAP, dessen Ziele die Stärkung grenzüberschreitender Kompetenzen und die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Reflexes in den Verwaltungen am Oberrhein sind. GRENZCAP richtet sich an Entscheidungstragende und Verwaltungsmitarbeitende auf allen drei Seiten der Grenze, unabhängig davon, ob sie regelmäßig oder eher gelegentlich an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beteiligt sind. Das Projekt umfasst drei thematische Schwerpunkte (die in den folgenden Rubriken näher erläutert werden):
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Entwicklung eines angepassten Fortbildungsangebots
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Verbreitung von Kurzzeit-Hospitationen in der Nachbarverwaltung
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Erstellung einer Toolbox zur Umsetzung des grenzüberschreitenden Reflexes.
Im weiteren Sinne zielt GRENZCAP auch darauf ab, ein besseres gegenseitiges Kennenlernen der Akteure und der politischen und administrativen Systeme der Nachbarländer zu fördern, die systematische Berücksichtigung und Integration der grenzüberschreitenden Dimension bei der Umsetzung lokaler und regionaler politischer Maßnahmen sowie den bereichsübergreifenden Dialog zwischen den Akteuren der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit anzuregen.
Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit von Personen in Entscheidungs- und Führungspositionen in den Verwaltungen im grenzüberschreitenden Kontext zu stärken: viele sind nämlich in anderen Themenbereichen tätig, die nur selten eine grenzüberschreitende oder europäische Dimension aufweisen. Deshalb wird der Bedarf dieser Zielgruppe genau ermittelt, ein Kompetenzmodell erstellt und anschließend ein neues zweisprachiges, angepasstes und getestetes Angebot zu entwickeln. Dieses Angebot wird kurze und/oder, bislang nicht vorhandene, digitale Formate umfassen, es kann individuell zugeschnitten sein, sich mit Systemen, einer politischen Maßnahme, der Kooperationslandschaft, der Governance, interkulturellen Aspekten oder auch der Zuständigkeitsaufteilung befassen.
Schließlich werden die vorgeschlagenen Instrumente nicht auf eine Zielgruppe von berufstätigen Personen beschränkt sein, sondern können auch für Studierende, also künftige Entscheidungsträger wiederverwendet werden, insbesondere in den Studiengängen der Hochschule Kehl.
Auf der Grundlage der Analyse der aktuellen bilateralen Erfahrungen und Bedarfe sollen die idealen Bedingungen für die Ausweitung von Hospitationen für Bedienstete des öffentlichen Dienstes in der Nachbarverwaltung auf Oberrheinebene geschaffen werden, die trotz ihres hohen Mehrwerts für die Zusammenarbeit noch immer eine Ausnahme bleiben. Konkret geht es darum, ein „vollständiges Package" zur Verfügung zu stellen, um diese Initiativen zu unterstützen, indem ein idealtypischer Prozess, eine grenzüberschreitende Zuständigkeitssynopse für das „Matching“ und spezifische Begleitmaßnahmen für Hospitierende und Gastgebende dank einer eigenen Arbeitsgruppe und durch die Schaffung eines Alumni-Netzwerks entwickelt werden. Es werden auch die Relevanz und die rechtlichen Möglichkeiten untersucht, einen geeigneten multilateralen Rahmen für die allgemeine Ausweitung des Kurzzeit-Hospitationsprogramm auf Oberrheinebene zu schaffen.
Manchmal werden Entscheidungen von den Verwaltungen getroffen, ohne die grenzüberschreitende Dimension zu berücksichtigen. Die Rücksprache mit dem Nachbarn ist nicht immer erforderlich, aber es kann nützlich sein, sich mit ihm über gute Praktiken auszutauschen oder die Auswirkungen bestimmter Entscheidungen auf der anderen Seite der Grenze zu überprüfen. In diesem Zusammenhang geht es darum, den Gebietskörperschaften Unterstützung anzubieten, um diesen grenzüberschreitenden Reflex auf allen Ebenen (Mandatsträger, Stab, Verwaltung) zu integrieren, um bereits bei der Ausarbeitung der politischen Maßnahme oder bei der Organisation von Veranstaltungen die grenzüberschreitende Dimension einzubeziehen. Es geht also darum, praktische Instrumente und Methoden zu identifizieren und zu entwickeln, um den grenzüberschreitenden Reflex zu verankern, ohne dass dies zu einem zusätzlichen aufwändigen Prozess wird und sowohl im Vorfeld (Identifizierung von Synergien, Potenziale für den Austausch von Best Practices/Lösungen, positive oder negative Auswirkungen auf der Zusammenarbeit oder das Nachbargebiet) als auch im Nachhinein (wie reagieren, wenn negative Auswirkungen oder Schwierigkeiten festgestellt werden).
Projektträger : Euro-Institut
Partner für Umsetzung : Hochschule Kehl
Kofinanzierende Partner : Collectivité européenne d’Alsace, Eurométropole de Strasbourg, Région Grand Est, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Assozierte Partner : Préfecture de région Grand Est, Landkreis Ortenau, Stadt Kehl, Regierungspräsidum Karlsruhe, Regierungspräsidium Freiburg, Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Regio Basiliensis
Hier finden Sie unsere Artikel zum Projekt GRENZCAP: