Bürgerdialog im Eurodistrikt

Mobilität, Umwelt, Kultur, Identität & Mehrsprachigkeit – grenzenlos in Europa?

Das 5. und abschließende Forum im Rahmen des TEIN4Citizens-Projekts fand vom 13. - 22. April 2021 in digitaler Form mit Fokus auf die deutsch-französische Grenze unter am Oberrhein unter Federführung des Euro-Instituts statt. Dabei traf das Forum auf den Bürgerdialog des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, der alle zwei Jahre durchgeführt wird, um den Bürgerinnen und Bürgern beiderseits des Rheins die Möglichkeit zu geben, ihre Erwartungen und Ideen mit den politischen Vertretern des Gebiets zu diskutieren. Im Rahmen dieses Forums wurden die Ansätze beider Projekte, der lokale Ansatz des Bürgerdialogs, sowie der europäische Ansatz des TEIN4Citizens-Projekts zusammengeführt, um die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen zu fördern.

Zunächst fanden 8 Online-Workshops statt vom 13. bis 16. April 2021. Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger konnten zu diesen Veranstaltungen begrüßt werden und hatten somit die Gelegenheit, ihre Meinungen, Erwartungen und viele Ideen für Verbesserungen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene in den Bereichen Identität & Mehrsprachigkeit, Kultur, Mobilität und Umwelt miteinander zu teilen.

Aus dem regen Austausch gingen sehr konkrete Forderungen und Vorschläge hervor. Dazu gehörten

  • die Vereinheitlichung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr und

  • die Schaffung einer Anwendung, die eine einfache Ticketreservierung auf beiden Seiten des Rheins zu attraktiven Preisen ermöglicht,

  • die Gründung von grenzüberschreitenden Energiegenossenschaften oder

  • ein direkterer Zugang zu mehrsprachigen Zeitungen und Filmen.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich auch eine

  • bessere Sprachausbildung in den Schulen und

  • die weitere Förderung von Fremdsprachen ab der Grundschule.

Die Mehrheit der Bürgerinnen und Büger wünscht sich zudem

  • einebessere Information über das, was auf dem Gebiet des Eurodistrikts auf beiden Seiten der Grenze passiert,

  • äußert den Wunsch nach einer besseren Kommunikation und

  • fordert eine bessere grenzüberschreitende Vernetzung der Akteure.

Die Ergebnisse dieser Bürger-Workshops wurden gesammelt, sowie anschließend während des abschließenden Runden Tisches präsentiert und diskutiert. Dieser Runde Tisch, der von Anne Thevenet, stellvertretende Direktorin des Euro-Instituts, moderiert wurde, fand am 22. April 2021 online statt. Fast 100 Teilnehmende nahmen an dem Austausch zwischen lokalen/regionalen und europäischen Mandatsträgern teil. Der Präsident des Eurodistrikts, Frank Scherer, die Vizepräsidentin des Eurodistrikts und Bürgermeisterin von Straßburg, Jeanne Barseghian, sowie Anne Sander, Mitglied des Europäischen Parlaments, Nathalie Verschelde von der Europäischen Kommission, Josha Frey, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, Vizepräsident des Oberrheinrats und des Euro-Instituts, Anthony Soares vom Centre for Cross Border Studies Northern Ireland und Thomas Richomme, Student an Sciences Po in Straßburg, diskutierten, wie die verschiedenen Forderungen der Bürgerinnen und Bürger auf den entsprechenden politischen Ebenen umgesetzt werden können. Während die Debatten unterstrichen, dass die Verteilung und vor allem die Asymmetrie der Kompetenzen auf beiden Seiten der Grenze eine große Herausforderung darstellt, bezeugten alle anwesenden Akteure ihre Entschlossenheit, ihre ganze Energie in den Dienst der Verbesserung des täglichen Lebens der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region zu stellen. Wir nehmen aus dieser Debatte mit, dass es zum Erreichen dieses Ziels notwendig ist, die Bürgerinnen und Bürger miteinzubeziehen, es aber auch unerlässlich ist, dass jeder genug Neugier und Rücksicht gegenüber dem Anderen zeigt.

Die vollständigen Ergebnisse aller thematischen Workshops und des deutsch-französischen Bürgerdialogs werden vom Eurodistrikt Straßburg-Ortenau und dem Euro-Institut in einem Abschlussbericht gesammelt. Dieser wird anschließend dem Eurodistrikt-Rat, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission als Empfehlungen für konkrete Maßnahmen vorgelegt.

Weitere Informationen über das TEIN4citizens-Projekt, das von der EU im Rahmen des Programms Europa für Bürgerinnen und Bürger kofinanziert wird, finden Sie auf der Projekt-Website.

Im Folgenden haben Sie Zugriff auf das Programm des Runden Tisches und die Videoaufzeichnung der Veranstaltung.

 

>> Programm des Runden Tisches <<

 

>> Aufzeichnung des Runden Tisches <<